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Integration

Im Schuljahr 2015/2016 besuchten 48 Kinder mit Fluchthintergrund unsere Grundschule in drei Intensivklassen.

Für die Entwicklung und Gestaltung von förderlichen Lernprozessen bildete der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan (HBEP) hierbei eine zentrale Grundlage unseres pädagogischen Handelns in der Unterrichtspraxis.

So ist es im Sinne des HBEP für uns eine zentrale pädagogische Aufgabe, jedes Kind in seiner ganz individuellen Lernentwicklung wahrzunehmen, zu würdigen, ko-konstruktiv weiterzubringen und zu stärken.

Diese ganzheitliche Perspektive für eine Stärkung meint hierbei das Kind mit seiner Familie.

[ s. u. a. zum Themenfeld Übergänge/Transitionen: Stärkungsaktionen]

Elternarbeit an unserer Frankensteinschule verstehen wir somit auch als Bildungs- und Erziehungspartnerschaft: Als eine Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule, die darauf ausgerichtet ist, das Kind in seinem schulischen Bildungsumfeld ko-konstruktiv (gemeinsam, partnerschaftlich, in gegenseitiger Wertschätzung und Achtsamkeit) zu stärken.

Wir sehen es auch als unsere Aufgabe an, die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus mitzugestalten. Wir möchten es Eltern ermöglichen, ihren Part der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft in Hinblick auf Schule bestmöglich wahrnehmen zu können und möchten damit im Sinne unseres schulischen Leitbildes damit Entwicklung stärken, Vertrauen wachsen lassen und hierbei achtsam, kultursensibel und dialogisch vorgehen.

Die Ausgestaltung für ein "HBEP-Empowerment" findet sich in der pädagogischen Praxis unserer Schule in vielen Bereichen, so für diese Kinder konkret in…

  • den spezifischen LEITGEDANKEN für den Umgang mit unseren Schülerinnen und Schülern dieses Lernprofils
  • dem Definieren und Ausgestalten von pädagogischen Grundelementen als PÄDAGOGISCHE ARBEITSFELDER
  • der VERNETZUNG mit sozialen Diensten / ehrenamtliche LERNPATEN in Unterricht und häuslichem Umfeld (Tandemkonzept)
  • dem Einsatz von PORTFOLIO-ARBEIT in der Beobachtungs- und Dokumentationspraxis

Leitgedanken

  • Wertschätzung der Person und ihrer Familie

  • ko- konstruktiver Aufbau von Kompetenzen

  • Teilhabe an unserem Schulleben und Stadtteil (Vernetzung)

  • Ressourcenorientierter und herkunftssensibler Blick

Pädagogische Arbeitsfelder

  • Inklusion

  • Transition

  • Herausforderungen

  • Ankommen, Willkommen, Einleben, Anschluss finden

  • Resilienz

  • ganzheitlicher, individualisierter Kompetenzaufbau

  • Selbstwirksamkeit

  • Übergang / Seiteneinstieg in das deutsche Schulsystem

  • gesellschaftliche Teilhabe

  • Schulbereitschaft

  • interkulturelle Erziehungspartnerschaft mit Fluchthintergrund

Vernetzung | Lernpaten

Unsere Schülerinnen und Schüler mit Fluchthintergrund werden nicht nur von Hauptamtlichen aus Schule, Schulamt, Stadt und Land gestärkt.

Es bringen sich auch die Familien aus den Klassen ein: Viele ehrenamtliche Helfer leisten als Lernpaten einen hochengagierten Einsatz im Unterricht und in den Familien.

Portfolio-Arbeit

Portfolioarbeit will Kindern zeigen, was sie schon können; folgende Elemente zeichnen diese Arbeit aus: ko-konstruktive Kompetenzorientierung, Subjektorientierung in Verbindung mit dem Aspekt der Selbstreflexivität und Metakognition, Verbindung des Lernprozesses mit dem Lerninhalt.

Stärkung von Familien | "Empowerment"

Als Leitfaden unserer Zusammenarbeit aller Elternbildungsakteure - sei es in kleineren Konstellationen, sei es im Großnetzwerk - haben wir ein kompetenzbasiertes Konzept erarbeitet, das sich im Format „Eltern können…“ - an Elternkompetenzen orientiert, die für eine Stärkung der Elternkompetenzen, deren -partizipation und damit auch für eine gelingende Schulbegleitung des Kindes von Bedeutung sind.

Die Erstellung dieses Kompetenzkatalogs ist aus der Schulpraxis heraus entwickelt worden, aus Gesprächen mit Kindern, Eltern, dem Kollegium, schulischen Mitarbeitern und unseren Kooperationspartnern.

Die jeweilige Kompetenz wird dabei im ko-konstruktiven Sinne (sozial-konstruktivistisches / systemisches Kompetenzverständnis) als gemeinschaftliches Ergebnis der verschiedenen Beteiligten verstanden, das zur bestmöglichen Verwirklichung führen soll.

Das Format des Kompetenzkatalogs wird auch als Zuordnungsformat aufgestellt, in dem den einzelnen Elternkompetenzen die entsprechenden Bildungsangebote der Bildungspartner zugeordnet werden (modularisierte Kompetenzbereiche):

  • Partizipation / Teilhabe

  • Schulweg / Gutes Miteinander

  • Schulranzen / Hausaufgaben

  • Schulalltag / Formalitäten